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Gemeinsam
gegen
Harninkontinenz

 
 
 

Projektbeschreibung

 

Das MUS.I.C. Konsortium erhält vom EU-Förderprogramm Horizon 2020 Gelder, um die Wirksamkeit und Sicherheit ihres neuen Behandlungsansatzes für Patientinnen mit Harninkontinenz zu untersuchen. Dabei verpflanzen sie körpereigene Muskelvorläuferzellen aus dem Unterschenkel in den Schliessmuskel der Blase, mit anschliessendem Training des Beckenbodens. Parallel dazu werden im Konsortium neue Methoden etabliert, um diesen Ansatz noch effizienter zu gestalten.

Die EU-Fördergelder ermöglichen es in Zürich eine klinische Studie mit 40 Patientinnen, die an einer leichten Form von Inkontinenz leiden, durchzuführen. Mit der Studie untersuchen die Forscher und Urologen, ob sich der neue Therapieansatz bewährt, den sie in den letzten zehn Jahren zusammen mit Spezialisten aus mehreren Ländern und unterschiedlichen medizinischen und wissenschaftlichen Disziplinen entwickelt haben. Zunächst wird die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Ansatzes geprüft. Dazu werden Optimierungen durchgeführt, um 1) die Herstellung zu erleichtern 2) eine vollständig xenofreie Produktion sicherzustellen, und 3) eine neue Injektionstechnik zu entwickeln.

 
 

Harninkontinenz – eine Volkskrankheit

Funktioniert die Therapie, wird sie die Lebensqualität von vielen Patientinnen und Patienten massiv verbessern. Allein in der Schweiz leiden geschätzt 400`000 Menschen an Urininkontinenz. Zu einem grossen Teil handelt es sich dabei um Frauen, deren Blasenschliessmuskel durch das Gebären oder durch Abnützung geschwächt ist – oder um Männer, die eine Prostataoperation hinter sich haben. Die heute verfügbaren Behandlungen bekämpfen zwar die Symptome, aber am schwächelnden Schliessmuskel ändern sie nichts. Genau hier setzt die neue Therapie an, die den Muskel nachhaltig stärken und regenerieren möchte.

 
 

Frischzellenkur für den Schliessmuskel

Die Therapie besteht darin, das Blasenschliessmuskelgewebe mit körpereigenen neuen Muskelvorläuferzellen zu reparieren. Die ganze Behandlung erstreckt sich über rund 2.5 Monate.

 

Schritt 1

 

In einem ersten Schritt entnehmen die Ärzte Muskelgewebe aus der Wade der Patientinnen. Das Gewebe hat die Grösse eines halben Zuckerwürfels und stammt von einem Muskel, der ein evolutionäres Relikt darstellt und im Körper keine Funktion mehr übernimmt.

 

Schritt 2

 

Aus dem entnommenen Material werden im Labor die Vorläuferzellen herausgefiltert, die im Inkubator während drei bis vier Wochen vermehrt werden. Schliesslich vermengen die Forscher die Zellen mit der Trägersubstanz Kollagen.

 

Schritt 3

 

Die Ärzte spritzen die Mischung mit rund einem Dutzend Injektionen in den Blasenschliessmuskel der Patientinnen. Dank Ultraschall sehen die Urologen während der Einspritzung genau, wo sich die Nadelspitze befindet, was eine punktgenaue Platzierung der Zellen ermöglicht.

 
 

Muskeln trainieren
mit elektromagnetischer
Stimulation

Nach dem Eingriff wird die Muskelbildung im Schliessmuskel durch elektromagnetische Stimulation gefördert. Dazu lassen sich die Patientinnen während sechs Wochen in insgesamt 12 Sitzungen behandeln. Sie sitzen dabei auf einem eigens für diesen Zweck entwickelten Stuhl. Während der Behandlung spüren die Patientinnen nur ein leichtes Kribbeln. Später kann aber es aber zu Muskelkater kommen. Erste Verbesserungen der Lebensqualität der Patientinnen erwarten die Forscher rund drei Monate nach dem Behandlungsbeginn.

 
 

Wer darf teilnehmen?

Die Studie beginnt im Januar 2018. Es können weibliche Personen (zwischen 20 und 60 Jahre) teilnehmen, die an Harninkontinenz leiden und Kandidatinnen für chirurgischen Eingriff sind. Es müssen weitere Kriterien, die wir dann erfragen, erfüllt sein. Wünschen Sie weitere Informationen, bitten wir Sie mit uns Kontakt aufzunehmen: