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20.08.2018

 

Im Juni 2018 organisierte das MUSIC Team der Universität Zürich (UZH) das erste MUS.I.C. Summer School mit dem Titel “ Tissue Engineering: A Road Trip from Bench to Bedside „. Davon profitierten sowohl Mitglieder des Konsortiums, als auch externen interessierten Kandidaten. Sie dürften die einzigartige Gelegenheit nutzen, von den europäischen Experten über die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet zu lernen.

Während dieser drei aufeinander folgenden Tage der Summer School haben 38 interessierte Teilnehmer am Vormittag Vorträge gehört und am Nachmittag praktische Erfahrungen in Tissue-Engineering-Methoden im Labor für Urologisches Tissue Engineering und Stammzelltherapie gesammelt. Die Vorlesungen gaben nicht nur eine Einführung in die Entwicklung des Tissue-Engineering, sondern auch ihre vielfältigen Anwendungen für das Muskel-, Haut- und Knorpel-Engineering sowie die GMP-Implementierung, die sie für einen klinischen Versuchsaufbau benötigt. Die Nachmittagssitzungen gaben jedem Teilnehmer die Möglichkeit, etwas über die Isolierung von Fett- oder Muskelstammzellen, die für MPCs spezifische Durchflußzytometrie, die muskelgewebespezifische Mikroskopie und die Projektplanung zu erfahren. Das detaillierte Programm kann auf unserer Webseite eingesehen werden.

Konsortiumsmitglieder von SCE und TUE gaben wertvolle Vorträge über den Scinus Bioreaktor – als zukünftige eigenständige, GMP-konforme Zellproliferation – und nadelfreie wasserstrahlbasierte Injektionstechniken. SCE bot zusätzlich die Möglichkeit, praktische Erfahrungen mit MPC-Kultur auf Kollagenbeads in Spinnerflaschen als High Troughput-Zellherstellungstechnik zu sammeln.

Die abschließenden Rückmeldungen der Teilnehmer, sowie der Organisatoren über die Sommerschule waren sehr positiv.

 

12.02.2018

 

Das MUSIC Konsortium organisiert die erste Sommerschule „Tissue Engineering: A Road Trip from bench to Bedside“  von 27-29. Juni.2018 in Zürich, Schweiz. Wir dürfen einigen der besten europäischen Experten auf dem Forschungsgebiet der regenerativen Medizin begrüssen und ein spannendes Programm mit vielen „hands-on“ Erfahrungen anbieten. Achtung: limitierte Anzahl Plätze 30!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Preliminary Program MUSIC Summer School

Registration Form MUSIC Summer School

 

02.05.2017

 

6 Mio. Franken zur Bekämpfung von Inkontinenz

Medizinwissenschaftler der Universität Zürich und des Universitäts Spitals Zürich erhalten vom EU-Förderprogramm Horizon 2020 Gelder, um die Wirksamkeit und Sicherheit ihres neuen Behandlungsansatzes für Patientinnen mit Harninkontinenz zu untersuchen. Dabei verpflanzen sie körpereigene Stammzellen aus dem Unterschenkel in den Schliessmuskel der Blase.

​Die EU-Fördergelder ermöglichen eine klinische Studie mit 40 Patientinnen, die an einer leichten Form von Inkontinenz leiden. Mit der Studie untersuchen die Medizinwissenschaftler, ob sich der neue Therapieansatz bewährt, den sie in den letzten zehn Jahren zusammen mit Spezialisten aus mehreren Ländern und unterschiedlichen medizinischen und wissenschaftlichen Disziplinen entwickelt haben.

Volkskrankheit Harninkontinenz
Funktioniert die Therapie, wird sie die Lebensqualität von vielen Patientinnen und Patienten massiv verbessern. Allein in der Schweiz leiden schätzungsweise 400’000 Menschen an Urininkontinenz. Zu einem grossen Teil handelt es sich dabei um Frauen, deren Blasenschliessmuskel durch das Gebären oder durch Abnützung geschwächt ist – oder um Männer, die eine Prostataoperation hinter sich haben. Die heute verfügbaren Behandlungen bekämpfen zwar die Symptome, aber am schwächelnden Schliessmuskel ändern sie nichts. Genau hier setzt die neue Therapie an, die den Muskel nachhaltig stärken möchte.

Frischzellenkur für den Schliessmuskel
Die Therapie repariert das Schliessmuskelgewebe mit körpereigenen neuen Muskelstammzellen. «Diese Idee ist zwar einfach, doch die Umsetzung am Patientenbett ist komplex», sagt PD Dr. med. Daniel Eberli, Leitender Arzt an der Klinik für Urologie des USZ. Er hat das internationale und interdisziplinäre Studienkonsortium MUS.I.C. zusammengestellt und koordiniert deren Aktivitäten. Die Behandlung erstreckt sich über rund zwei Monate. In einem ersten Schritt entnehmen die Ärzte Muskelgewebe aus der Wade der Patientinnen (vgl. Grafik). Das Gewebe hat die Grösse eines halben Zuckerwürfels und stammt von einem Muskel, der ein evolutionäres Relikt darstellt und im Körper keine Funktion mehr übernimmt. Aus dem entnommenen Material werden im Labor rund 300’000 Stammzellen herausgefiltert, die im Inkubator während vier Wochen auf 80 Mio. Zellen vermehrt werden. Schliesslich vermengen die Forscher die Zellen mit der Trägersubstanz Kollagen. Die Ärzte spritzen die Mischung mit rund einem Dutzend Injektionen in den Schliessmuskel der Patientinnen. Dank Ultraschall sehen die Urologen während der Einspritzung genau, wo sich die Nadelspitze befindet, was eine punktgenaue Platzierung der Zellen ermöglicht.

Muskeln trainieren mit elektromagnetischer Stimulation
Nach dem Eingriff wird die Muskelbildung im Schliessmuskel durch elektromagnetische Stimulation gefördert. Dazu lassen sich die Patientinnen während sechs Wochen in insgesamt 21 Sitzungen behandeln. Sie sitzen dabei auf einem eigens für diesen Zweck entwickelten Stuhl. Während der Behandlung spüren die Patientinnen nur ein leichtes Kribbeln. Später kann es aber zu Muskelkater kommen. Erste Verbesserungen der Lebensqualität der Patientinnen erwarten die Forscher rund drei Monate nach dem Behandlungsbeginn.

 

 

Bei der Behandlung werden in einem ersten Schritt körpereigene Muskelzellen aus der Wade entnommen. Danach vermehren die Forscher die Zellen und vermengen sie mit einer Trägersubstanz. Anschliessend injizieren die Ärzte das Zellmaterial in den Schliessmuskel der Blase. Abschliessend folgt eine elektromagnetische Stimulation des Beckenbodens zur Bildung von Muskelgewebe.

Ansprechpartner für Fragen:
Prof. Dr. med. Daniel Eberli, Leitender Arzt, Klinik für Urologie am UniversitätsSpital Zürich
Kontakt über die Medienstelle: 044 255 86 20; medien@usz.ch